…Just gegenüber dem Michaelertrakt der Hofburg erteilte Leopold Goldmann 1909 den Bauauftrag an Adolf Loos, ein Geschäftsgebäude für den Nobel-Herrenausstatter Goldman & Salatsch zu errichten. Nach seiner Fertigstellung löste das Haus einen Schock in der noch ganz vom historistischen Geschmack geprägten Stadt aus. Es wurde von den Wienern “Haus ohne Augenbrauen” genannt, da die damals üblichen Fensterverdachungen gänzlich fehlten. Es heißt, Kaiser Franz Joseph habe nicht nur den Rest seines Lebens vermieden, die Ausfahrt am Michaelerplatz zu benützen, sondern auch die Fenster der Hofburg vernageln lassen, damit er das „scheußliche“ Haus nicht mehr sehen musste.
Im Jahre 1944 wurde durch einen Bombeneinschlag im benachbarten Hochhaus auch das Looshaus in Mitleidenschaft gezogen. 1947 wurde das Haus unter Denkmalschutz gestellt. In den 1960er Jahren befand sich ein Möbelhaus im Hauptgeschäft des Gebäudes. 1987 kaufte die Raiffeisenbank Wien das Gebäude und renovierte es grundlegend.
Seit 2002 befindet sich im von Paolo Piva neu gestalteten Souterrain des Looshauses die “Designzone Looshaus”. Die hier stattfindenden internationalen Ausstellungen und Veranstaltungen sollen auf die Bedeutung österreichischen Designs aufmerksam machen. Die mit Abstand publikumsreichste Veranstaltung ist “design schenken”, der Design-Weihnachtsmarkt im Looshaus.



